The Elder Scrolls V – Skyrim

Im fünften Teil der Reihe von The Elder Scrolls, dreht sich in Skyrim alles um wenig freundliche Drachen. Mit den wenigsten Exemplaren ist gut Kirschen essen wie Helden und Wachen bereits in den ersten Minuten erfahren.

Was den Liebhabern umfangreicher, vielfach verstrickter Geschichten Final Fantasy ist, das ist den Freiheits-Enthuasisten die Reihe der Elder Scrolls. Selten hat eine Rollenspielserie derart viel Tiefgang in die eigenen, stets zusammenhängenden Welten gelegt, dem Spieler so viele Freiheiten an die Hand gegeben und dazu aufgefordert los zu ziehen, um seine eigenen Abenteuer zu erleben. Der fünfte Teil dieser auf dem PC groß gewordenen Serie macht da keine Ausnahme. Auch wenn sich das Spiel einigen neuzeitlichen Trends nicht verschließt, bleibt es im Kern ein klares Elder Scrolls. Das spricht für ein sehr umfangreiches, vielschichtes Spiel, in den vergangenen Teilen aber auch für eine vergleichsweise nüchterne Präsentation sobald Spieler der Handlung zu folgen gedachte.

The Elder Scrolls V – Skyrim schickt Abenteurer in erster Linie in ein neues Gebiet der bereits bekannten Welt und erfüllt somit Jahre später das Sehnen seiner Fans nach einer Fortsetzung. Als Grenzgänger aufgegriffen und mit anderen Gefangenen auf einen Karren gepfercht, beginnt das Abenteuer für den Spieler. Was folgt ist die Vorbereitung einer Hinrichtung. Sehr bürokratisch werden die Personalien der zu enthauptenden Grenzgänger aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt erstellte der Spieler seinen Charakter. Rasse, Geschlecht, Statur, Frisur, Gesichtszüge, Details. Der Editor bietet zahlreiche Optionen den Charakter nach den eigenen Wünschen zu formen. Die Wahl der Rasse legt nicht nur das grobe Äußere fest – Elfen, Katzenmenschen und Reptilien unterscheiden sich optisch deutlich von menschlicheren Abstammungen – sondern auch spielerische interessante Attribute.

Durch die Wahl der Rasse lässt sich bereits in vielen Bereichen der Schwierigkeitsgrad und die spätere Spielweise festlegen. Während Hochelfen die idealen Magier darstellen und entsprechend höhere magische Attribute aufweisen und Orks sich ihre Ausrüstung am besten gleich selbst schmieden, sind Argonier immun gegen die meisten Krankheiten oder Gifte und können spielerisch fast nutzlos unter Wasser atmen.

Nach Erstellung des Charakters rollen auch schon die Köpfe. Doch als es gerade der Kopf der eigenen Spielfigur sein soll, greift ein Drache die Festung an und macht diese praktisch dem Erdboden gleich. Die nächste halbe Stunde gilt es sich zusammen mit einem anderen Gefangenen zu retten, Ausrüstung zu finden und die Flucht anzutreten. In diesem Tutorial-Abschnitt deckt The Elder Scrolls V – Skyrim bereits mehrere Spielelemente ab. Die meisten werden jedoch erst spät im Spiel eingeführt oder schmucklos bei Verwendung in einem Textfenster erzählt.

Drache greift Dorf an
Optisch sind die Drachen eine wahre Freude und kreisen gerne mal unverhofft über einer Siedlung. Leider reagieren nur deren Wachen auf die Bedrohung. Die Bewohner selbst nehmen diese Katastrophe gelassen kaum zur Kenntnis.

Story

Die Erzählung, gerade der Haupthandlung war noch nie die wirkliche Stärke der Serie. The Elder Scrolls V – Skyrim ändert daran zumindest im Bereich der Hauptquest auch nicht viel. Wieder mal ist die Spielfigur ohne vorherige Anzeichen ein Auserwählter die rein zufällig ihrem Schicksal entgegen stolpert. So viel sei verraten: Bei dem Held oder der Heldin handelt es sich um ein Dovahkiin, ein Drachenblut und zugleich das womöglich letzte seiner Art, auserwählt die Gefahr der Drachen zu bannen. Eine besondere Gefahr stellt in diesem Zusammenhang der Drache Alduin dar, gleichbedeutend mit dem Ende der Welt.

An mehr als nur einer Stelle wirkt die Handlung sehr aufgesetzt und an den Haaren herbei gezogen. Klischees bleiben nicht aus und wirkliche Überraschungen fehlen trotz der recht abstrusen Geschichte irgendwie, in deren Zusammenhang das halbe Land bereist und auch einige skurrilere Orte aufgesucht werden. Das Finale schließlich enttäuscht und vermag nicht das Gefühl zu erzeugen, etwas erreicht zu haben. Obwohl das Spiel danach weiter unmittelbar weiter geht und nicht als beendet angesehen wird, ändert sich weder das Feedback der Spielwelt, noch die Reaktionen auf die Spielfigur in erwähnenswerter Weise.

Besser machen es da die unzähligen Nebenquests die in regelmäßigen Abständen das Tagebuch füllen. Sprichwörtlich im Vorbei gehen werden diese aufgeschnappt. Beiläufig in eigentlich harmlosen Gesprächen oder regelrecht durch ein von den NPC gestartetes Gespräch kommen unzählige verschiedene Aufträge beisammen. Mal geht es darum heraus zu finden wo der Wetteinsatz und Konkurrent geblieben ist, nachdem das Trinkspiel mit erwachen in einem entweihten Tempel endete, dann wieder wurde ein Relikt von Banditen entführt. Für andere Banditen soll Schutzgeld eingesammelt oder der Tumult auf einem Markt genutzt werden um einen Händler herein zu legen. Dort gilt es eine Grotte von Ungeziefer zu befreien, in einer anderen Grotte hilft man einer forschen Schatzjägerin durch die Rätsel und Fallen der Katakomben, eh für die Akademie der Barden ein Jahrhunderte altes Gedicht improvisiert vervollständigt wird.

Manche Aufträge sparen nicht mit Zoten und Anspielungen, andere verlaufen schlicht nach Schema „Töte dies, besorge das.“ Die unbedeutenderen Sammelaufträge werden dabei separat als weniger wichtige Quests gelistet. Doof dass diese keine Fortschrittserklärung und auch keinen auf der Karte verfolgbaren Questmarker besitzen. Denn in welcher Stadt man die Händlerin traf die einen Mammutstoßzahn haben wollte, ist bei mehreren Dutzend Ortschaften schnell wieder vergessen.

Aber von genau diesen vielen kleinen und im Gesamten recht abwechslungsreich inszenierten Geschichten und Abenteuern lebt The Elder Scrolls V – Skyrim. Denn welcher Spieler möchte nicht heraus finden was es mit dem Geist eines kopflosen Reiters auf sich hat, der Nachts ohne Vorwarnung auf offener Straße vorbei reitet und ohne Reaktionen bis ins Morgengrauen unbeirrt seiner Route folgt?

Akademie Winterfeste
Die Akademie von Winterfeste in den verschneiten Bergen, bietet für angehende Magier eine lange und Wendungsreiche Questreihe. Generell sind die meisten Nebenquest interessanter und schlüssiger als viele Aufgaben der Hauptquest.

Atmosphäre

Die Welt von The Elder Scrolls V – Skyrim gehört mit zu den glaubwürdigsten Landschaften die ein Videospiel je dargestellt hat. Sumpfige Moraste, schneeverhangene Berge, vereiste See, trockene Täler und dichte Wälder. Immer wieder gibt es kleinere Highlights zu bestaunen. Selten sah ein Wasserfall und Bachlauf derart fotorealistisch aus wie in diesem Spiel. Eben noch im dichten Wild, tut sich schnell ein karger Mammutfriedhof auf, heiße Quellen lassen den Dampf durch eine verfallene Ruine wabbern. In Flüssen kann man vereinzelt beobachten wie Lachse gegen den Strom schwimmen, kleinere Insekten vor der Nase herum schwirren und Bewohner in den Städten ihrer Arbeit am Sägewerk, in der Schmiede oder beim Hacken von Feuerholz nachgehen.

Kinder spielen miteinander oder mit ihren Haustieren in den Straßen fangen und vorbei schreitend lässt sich an vielen Orten der neue Tratsch verfolgen, der zuweilen aufgrund einer aktuellen Quest auch ein entsprechendes Gesprächsthema unter den Bewohnern eröffnet. Besonders beeindruckend wirkt es, wenn einer der Drachen durch die Wolkendecke bricht, nahe einem Berg seine Runden zieht und schließlich aus großer Höhe nieder schnellt. Was eben noch wirkte wie unwahrscheinlich fern, kann schon wenige Sekunden später den feurigen Odem um die Nase schlagen.

Untermalt wird das ganze von gelungen musikalischen Stücken, die zwischen subtil und kaum wahrgenommen hin zu brachial und Abwandlungen des Titelthemes gehen. Donnern die Pauken erst einmal, ist klar dass gerade ein Kampf entbrannt ist. In den ruhigen Augenblicken hätte man sich gerade in der Nähe von Ortschaften noch einige Ambientsounds mehr wünschen können.

In seinen guten Momenten ist The Elder Scrolls V – Skyrim ein wahres Fest und wirkt so glaubwürdig und greifbar, man möchte beinahe selbst die Hand ausstrecken und das Kraut pflücken, oder einmal gemütlich über den Stadtplatz schreiten, nachdem der lange Trampelpfad hoch zur Stadt gemeistert wurde. Kritik gibt es zur Atmosphäre nur auf hohen Niveau.

Skyrim Interior
Eines der größeren Mankos des Vorgängers ist erfolgreich behoben: Häuser, Höhlen und Katakomben sind wesentlich abwechslungsreicher, organischer und wirken dank stimmungsvoller Konstruktionen nicht mehr wie geklont.

Die deutschen Sprecher sind überwiegend gut gewählt und alle Dialoge vertont. Dass es sich aber bei dieser großen Welt um vergleichsweise wenige Sprecher handelt, wird gerade in Armeelagern deutlich, wenn auf zehn Metern drei Soldaten mit der gleichen Stimme auf den Spieler reagieren. Und obwohl es schon mehr Figuren gibt als es angesichts der Sprecher sinnvoll wäre, könnten gerade die größeren Städte noch einige Bewohner mehr vertragen. Selbst zur besten Tageszeit sieht man selten mehr als zwei oder drei Personen gleichzeitig auf dem Bildschirm herum marschieren. Das Gefühl einer lebendigen Stadt mag sich nicht so recht einstellen.

Auch im Umland tritt dieses Problem der Leblosigkeit gerne auf. Abseits von aufgewehten Schnee, Regen und Schneefall finden sich kaum Ambient-Animationen. Jagbare Wildtiere, Kreaturen und selten mal Banditen oder Wandersleute stellen oft die einzige Abwechslung dar. Die längste Zeit marschiert der Spieler durch glaubwürdig geformte aber durch die Masse unspektakuläre Landschaft. Dass ein Bürgerkrieg tobt, davon merkt man außerhalb einiger weniger Quests nichts. Dass Soldaten durch das Land marschieren ist sehr selten. Und dass es zu einem Krieg gegen etwas anderes als Monster käme, ist in über 70 Stunden Spielzeit nicht einmal vorgekommen. Auch die Wahl der Rasse oder Kampfart hat keine tiefergehenden Auswirkungen. Zwar äußern sich einige Leute abfällig wenn man mit der „falschen“ Rasse, einer Axt in der Hand oder glimmenden Feuerball herum spaziert, für Gespräche oder Handelsoptionen hat das jedoch keinen Unterschied. Der Händler handelt mit einem aus dem Kaiserreich ebenso wie mit einem Wilden oder gar einer fremdartigen Rasse. Und wenn der Nekromant in passender Kluft durch den Ort wandert, stört dich daran ebenfalls Niemand.

Bei den Animationen hat The Elder Scrolls V – Skyrim ordentlich nachgelegt und für mehr und geschmeidigere Bewegungen gesorgt. Leider wirken gerade die imposanten Drachen im Flug immer wieder etwas ruckelig und erschlagene Körper klappen oft wie ein nasser Sack auf der Stelle um, statt den Treffer noch akkurat umzusetzen. Und die Grafik überzeugt mit satten Farben und stimmiger Beleuchtung dass es eine wahre Freude ist. Zumindest so lange Regen, Nebel oder Nacht den Bildschirm nicht in ein recht farbarmes Grau hüllen. Ein Zustand der leider in fünf von sechs Fällen zutrifft und die wahre Grafikpracht die meiste Zeit versteckt.

Gameplay

Die Reihe der Elder Scrolls hat schon länger einige Aspekte aufgewiesen, die sie von den meisten Rollenspielen abhebt. Erfahrungspunkte im herkömmlichen Sinne fehlen. Die getötete Ratte bringt ebenso nichts außer Beute, wie das Erschlagen eines Riesen. Die Heldenfigur steigert ihre Kraft durch regelmäßiges Training. Wer sich permanent die Wunden heilt, beherrscht nach einiger Zeit wirksame Heilkünste. Bei Treffern verbessert sich die Handhabung leichter oder schwerer Rüstung. Wer immer nur das Schwert schwingt, wird zwar nie imposante Feuerbälle werfen, dafür aber brachiale Treffer mit schweren Klingen schlagen. Immer wenn eines der zahlreichen Attribute oft genug zum Einsatz kam, steigt es um eine Stufe auf bis zu 100 auf. Wurden Attribute mehrere Male weiter gelernt, gibt es einen Stufenaufstieg. Dabei spielt es keine Rolle ob zehn verschiedene Attribute gesteigert wurden, oder ein einzelnes zehn Mal. Wer vor hat sich zu spezialisieren, sollte seine Spielweise entsprechend anpassen.

Bei einem Stufenaufstieg wird zwischen einem kleinen Bonus auf Lebensenergie, Mana oder Ausdauer gewählt. Zusätzlich gibt es einen Fertigkeitspunkt, der in Talentbäume investiert werden darf, die Sternzeichen nachempfunden sind. Wer Redenskunst oft genug einsetzt um sie auf einen hohen Wert zu bringen, kann so die Handelspreise drücken, oder den Goldvorrat der Händler aufstocken, damit diese noch mehr Waren kaufen. Erfolgreiche Beschwörer brauchen nur noch halb so viel Mana oder können Zaubersprüche der nächsten Expertenstufe lernen, Meister der Zerstörung erhöhen den Schaden ihrer Zauber, wenn diese beidhändig geführt werden.

An solchen Mauern lernt der Spieler neue Worte der Macht, mit denen magische Schreie erlernt und verbessert werden können. Alle anderen Fähigkeiten werden durch regelmäßige Nutzung mit der Zeit von alleine effektiver.

Beidhändig? Ja, Skyrim erlaubt unterschiedliche Belegung der Hände. Es ist kein Problem in der rechten einen Schild zu führen und mit der linken Hand einen Blitzschlag auszuführen. Auch ein Schwert und eine Axt, oder ein Flammenstoß und Heilzauber sind problemlos möglich. Nur das Kombinieren der verschiedenen Optionen funktioniert nicht. Eine Waffe lässt sich nicht durch einen Zauber verstärken und Eisstoß und Blitzschlag ergeben keinen neuen Zauber. Einzig zwei identische Zauber in beiden Händen, führen zu einem Resultat mit erhöhten Schaden oder Wirkung.

Die einzige Ausnahme bilden Worte der Macht. Besondere Schreie die Zaubern gleich zu setzen sind. Im Rahmen der Haupthandlung lernt der Held diese Schreie für sich zu nutzen. Anschließend können an entlegenen Orten oder in Höhlen Inschriften gefunden werden, mit denen ein neuer Schrei gelernt oder verbessert werden kann. Drachensturz zwingt Drachen zur Landung und macht sie so vor allem für Nahkämpfer viel verwundbarer. Dazu kommen ein mächtiger Schrei der Gegner auf der Stelle einfriert, Gewitter heraufbeschwört oder den Held für seinen Sekundenbruchteil mehrere Meter nach vorne sprinten lässt – nützlich um Fallen zu überwinden. Diese Schreie werden nicht durch regelmäßige Nutzung besser. Der Spieler muss einen Drachen erschlagen um an dessen Seele zu gelangen. Mit dieser lässt sich ein neuer Schrei freischalten oder ausbauen. Da auch die Drachen in Skyrim begrenzt sind, bleibt die Wahl zwischen einer großen Palette an Schreien, oder weniger und dafür besonder mächtig ausgebauten Drachenrufen.

Die Erkundung der Weltkarte setzt alle paar hundert Meter Wegmarken, sobald ein neuer Ort entdeckt wurde. Über die nicht sehr übersichtliche aber schön umgesetzt 3D-Karte, können diese Orte anschließend per Schnellreise ohne Zeitverlust angesteuert werden. Oder der Spieler schwingt sich in den Ortschaften auf den Karren eines Kutschers, um für einige Münzen in noch nicht bereiste Städte zu fahren. Dann wird aber die Gelegenheit versäumt, die Landschaft auf dem Weg dorthin und die zahlreichen Orte zu entdecken.

Crafting spielt eine große Rolle. An Alchemietischen lassen sich mit verschiedenen Zutaten unterschiedliche Tränke brauen. Welche Wirkung die Zutaten hervorrufen, kann durch wildes ausprobieren erfahren werden, oder indem die Zutaten gekostet werden. Auf diesem Weg lernt die Spielfigur bis zu vier verschiedene Wirkungen einer Pflanze, auch wenn sie sich dabei selbst vergiften muss, um später giftige Öle für Klingen und Pfeile herzustellen. Verzauberungen können von Gegenständen zerstört und dafür künftig auf andere Gegenstände angewandt werden, um Ausrüstung mit magischen Attributen zu versehen. Und Schmiede für Rüstungen und Waffen, fangen klein an, jagen Wildtiere für Leder, suchen Erzadern für Metalle und bearbeiten diese in der Schmiede.

The Elder Scrolls Skyrim Inventar
Kühl und schmucklos, präsentiert sich das stark auf Konsolen zugeschnittene Inventar von Skyrim. Zum Glück bleiben schlimme Übersetzungsfehler aus. Dafür fehlen längst gängige Kompfortfunktionen.

Die Menüs stellen ein zweischneidiges Schwert dar. Klar verbessert, denkt man vor allem an die katastrophale Übersetzung, die der Vorgänger Oblivion inne hatte. Und auch die verschachtelten, wenig zeigenden Fenster sind Geschichte. Zu verdanken ist dies dem starken Konsoleneinfluss. Jedem Menü sieht man an, dass es auf die Steuerung eines Gamepads ausgelegt wurde. Mit den Richtungstasten navigiert es sich wesentlich schneller und genauer, als mit der Maus. Ein praktischer Nutzen und eine nach Umgewöhnung eingängige Steuerung, stehen leider einer schrecklichen Optik gegenüber. Weder lassen sich Gegenstände wirksam miteinander vergleichen, noch schnell genug durch die Menüverzweigungen schalten. Darüber hinaus mag die kühle, schlichte Optik mit Listendarstellung nicht so recht zum Ambiente dieses Rollenspiel passen, folgt dafür aber klar dem Trend minimalistischer, auch an Fernsehern leicht zu entziffernder, weil schmuckloser Menüs anderer Rollenspiele der letzten Zeit.

Fazit

Ich war kein Fan der Elder Scrolls. Morrowind habe ich vier Mal angefangen, wegen ewiger Textwüsten und fehlender Führung durch eine erkennbare Handlung aber jedes Mal wieder liegen lassen. Oblivion wurde durchgespielt, die sterile, leblose und generische Welt hat nennenswerten Spielspaß jedoch missen lassen. Entsprechend klein waren meine Erwartungen an Skyrim. Umso positiver bin ich überrascht worden. Die Haupthandlung rauche ich in der Pfeife, da wäre viel mehr drin gewesen. Die unzähligen Nebenaufträge, die nicht überwältigende aber stimmig in Szene gesetzte Landschaft und das durch Fähigkeiten ausgebaute Talentsystem lassen mich vieles vergessen.

Zugegeben, es hat einige Stunden gedauert bis der Funke übersprang und die Handlung oder Jagd nach Erfahrungspunkten – sonst meine Antriebsanker in den meisten Rollenspielen – andere Motivatoren als Ersatz fanden. Doch ab diesem Augenblick hatte ich viel Spaß aus den Bewohnern neue Aufträge heraus zu kitzeln, mich überraschen zu lassen was ich in der nächsten Höhle wohl alles finden werde, und mich an den Gebieten von Skyrim erfreut habe.

Eben noch im sumpfigen Morast, erhebt sich auf einem fernen Felskamm eine Stadt aus den nebligen Wolken. Für solche Momente lebt Skyrim und hält mit allerlei Entdeckungen bei der Stange.

Wem eine spannende Handlung oder ein klassischer Charakteraufbau wichtig sind, wird mit dem fünften Teil der Elder Scrolls womöglich nicht warm und verpasst eine sehr glaubwürdige Fantasywelt. Für alle übrigen Spieler findet sich ein regelrechter Sandkasten zum herumtoben, ausprobieren und dem erleben selbst gesetzter Abenteuer und Ziele. The Elder Scrolls V – Skyrim bricht in vielen Punkten mit der Tradition anderer Rollenspiele und verfeinert sein eigenes System an vielen Stellen. Und das ist auch gut so und schafft eine interessante Alternative und ein wunderschönes Spiel.

  • ungewöhnliche, frische Rollenspielmechaniken
  • wunderschöne Landschaften
  • unzählige Aufträge und Abenteuer
  • Komplexes Fähigkeitensystem
  • über 60 Stunden Spielspaß
  • sehr aktive Modding-Community
  • Komplexe Charaktergenerierung…
  • …leider ohne größere Auswirkungen
  • wenig originelle Hauptquest
  • NPCs reagieren nicht angemessen auf Feinde
  • etwas leblose Landschaften
  • Einige störende Bedienfehler
  • Aufträge oft nur auf eine Art lösbar
  • Sprecher wiederholen sich häufiger

Ein Kommentar

  1. Toller Bericht über Skyrim. Echt Respekt davor wie viel Arbeit Du Dir gemacht und wie ausführlich Du das Game beschrieben hast. Besonders die vielen Screenshots gefallen mir gut. Ich habe damals schon leidenschaftlich Oblivion gespielt aber Skyrim setzt echt noch einen oben drauf! Ich bin schon gespannt auf künftige Erweiterungen. Gruss Michael

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